Manteuffel und Rathenow
„It sin man Düwel“, sagten die Pommern über diese Adligen, die seit 1287 als „Schlossgesessene“ in ihrem Nacken saßen: Die Manteuffel. Christoph Friedrich von Manteuffel wird 1742 in den Freiherrenstand erhoben, er ist der Stammvater der preußischen Linie

Im 19. Jahrhundert war Otto Theodor Freiherr von Manteuffel (1805-1882) unter dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV.¹ seit 1848 Minister und von 1850 bis 1858 Ministerpräsident. Dieser streng konservative Politiker kam standesgemäß über Schulpforta und die Hallenser schlagende Verbindung „Kösener Senioren-Convents-Verband“/“Corps Saxonia Halle“ in höchste Regierungsämter. Noch 1847 trat er im Vereinigten Landtag als Vorkämpfer des bürokratischen Staatswesens und Gegner des konstitutionellen Liberalismus auf. Als 1848 die Revolution ausbricht, ist er Minister des Inneren und muß sich der Forderung nach einer preußischen Verfassung beugen, an der er dann mitarbeitet. In dieser Regierungsfunktion kommt er schließlich mit Rathenow in Berührung.
Der liberale, demokratische Bürgermeister Johann Heinrich Gustav Fischer stellt sich im März auf die Seite der Revolutionäre. Er steht der Bürgerwehr vor, die in den Revolutionstagen als bewaffneter Arm der Demokraten gebildet wird. Aber die Stadtverordneten verhalten sich abwartend, und als Fischer als soziale Maßnahme eine Reichensteuer bei Einkommen ab 300 Reichstalern jährlich fordert, lehnen sie ab. Die Notleidenden bleiben aufrührerisch.
Der Fabrikant Eduard Duncker folgt der konterrevolutionären Parole „Ruhe ist die erste Bürgerpflicht“, und der königliche Landrat fordert die Auflösung der Bürgerwehr. Fischer steht kühn für revolutionäre Veränderungen, er kritisiert offen den König und seine amtierende Regierung, die den in Berlin neu gebildeten Vereinigten Landtag nach Brandenburg in die Bedeutungslosigkeit abgeschoben haben.
Der 14. November 1848 geht als „Rathenower Aufruhr“ in die Geschichte ein. Die Kleinbürger und Arbeiter wollen verhindern, dass die Rathenower Garnison zur Niederschlagung ihrer revolutionären Brüder in Berlin abmarschiert. Die alarmierte Bürgerwehr wird handgreiflich, einer schießt auf den Rittmeister. Die Tore werden verrammelt, aber schließlich können die Kürassiere über ein Gehöft in der Mittelstraße durch die Zollmauer ausbrechen. Fischer ist an diesem Tage zwar nicht in Rathenow, aber seine Widersacher sehen ihn als Hauptfeind.
Der königstreue Landrat leitet eine Disziplinaruntersuchung gegen den Bürgermeister ein. Der König zieht „zur Strafe“ das Militär aus Rathenow ab, worauf die Bourgeoisie eine Deputation der Stadtverordneten fordert, um die Garnison als ihren Wirtschaftsfaktor zurück zu holen. Dagegen tritt Fischer in großer Rede vor der Stadtverordnetenversammlung auf. Nun kommen seine Gegner aus der Deckung. Gärtner Bölcke stellt einen Misstrauensantrag. Fischer verlässt die Sitzung, Tumult führt zum Abbruch. Zwei Tage später, am 2. Februar 1849, ziehen die Demokraten in einem Fackelzug zur Wohnung Fischers an der Berliner Ecke Brandenburger Straße. Fischer hält eine flammende Rede, die Demonstranten marschieren zu den Wohnungen der Konterrevolutionäre und vollführen dort „Katzenmusik“. (Als „Katzenmusik“ wird lautstarker Protest bezeichnet, der oft von einem Steinhagel begleitet wird, wobei die Fensterscheiben zu Bruch gehen.)
Aber Magistrat, Stadtverordnete und auch die Bürgerwehr sind schon gespalten. Der Magistrat kündigt die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister auf. Damit hat der Landrat eine Handhabe. Er beschwert sich bei dem oben vorgestellten Minister von Manteuffel, und der enthebt am 1. März 1849 den gewählten Bürgermeister seines Amtes.

Leider kann man Fischer den Rathenower Aufruhr nicht direkt anhängen, er war ja abwesend. Da bleibt es beim Davonjagen. Aber 27 Bürgerwehrleute werden vom Kam-mergericht verurteilt, 13 von ihnen zu je 3 Jahren Zuchthaus. Das ist die „Wrangelsche Straßenkehrmaschine“ wie sie die Vossische Zeitung karikiert, und General Wrangel, der die Revolution niederkartätscht hat, wird dann auch im Dezember 1849 von den Rathenower Großbürgern beflissen zum Galadiner eingeladen, auf dass er wieder Militär in Rathenow stationieren möge.
Gärtner Bölcke ist schon zuvor der Initiator einer Versammlung der Rathenower Wahlmänner in seinen Gewächshäusern vor dem Brandenburger Tor (Kl. Milower Straße), bei der im Juli 1849 der stockreaktionäre Junker Otto von Bismarck nominiert wird. Der wiederum sorgt dann 1878 mit dem Sozialistengesetz dafür, dass die revolutionäre Arbeiterschaft auch in Rathenow für zwölf Jahre mundtot gemacht wird. Er kennt seine Feinde.
Zwei Generationen weiter beginnt Hasso Eccard von Manteuffel (1897-1978) seine militärische Laufbahn standesgemäß in einem Eliteregiment, dem Husarenregiment Nr. 3 in Rathenow. Hier dienen die Söhne des Hochadels. Auch der Hannoversche Fürstensproß Ernst August, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg und Prinz von Hannover, gehört zum Offizierscorps, und als der – mit dem englischen Königshaus verwandt – durch Heirat zum Schwiegersohn Kaiser Wilhelm II. aufrückt, erhält die Rathenower Einheit die höchsten Weihen. Manteuffel wird 1916 vom Fähnrich zum Leutnant ernannt. 1918 ist er Führer der 4. Eskadron des Regiments „von Zieten“.
Als die Novemberrevolution den Kaiser hinwegfegt und den blutigen Ersten Weltkrieg beendet, schließt sich Hasso von Manteuffel dem Freikorps „von Oven“ in Berlin an und ist 1919 dessen Adjutant. Man könnte spekulieren, welche Rolle er wohl mit seiner konterrevolutionären Bande in den Januarkämpfen, zum Beispiel im Kampf um das Zeitungsviertel, gespielt hat. Im Mai 1919 ist er zurück in Rathenow, nun bei der Reichswehr als Rittmeister im Kavallerieregiment Nr.18 und dann im 3. (Preußischen) Reiter-Regiment, 2. Eskadron.
Dieser offiziellen Reichswehreinheit, zugehörig der Armee des republikanischen Deutschland, wird (durch Prof. F.-K.-Kaul im „Weimarer Pitaval“) eine fördernde Verbindung zur „Schwarzen Reichswehr“ nachgewiesen. Die getarnten Einheiten spielen auf den ostelbischen Gütern „Landarbeiter“ und warten auf den günstigsten Zeitpunkt zu einem Militärputsch gegen die demokratische Regierung. Zur Disziplinierung der eigenen Leute fällen Femegerichte drastische Strafen, gegen sogenannte Verräter Todesstrafen, die umgehend vollstreckt werden. Die „Organisation Consul“ ist die Terrortruppe der Schwarzen Reichswehr, auf deren Konto politische Morde gegen Repräsentanten der Republik gehen. Nach Mathias Erzberger wird 1922 der Außenminister Walther von Rathenau ermordet, die Spuren der Täter sollen auch nach Rathenow weisen. Die extremistische Zuspitzung ist so kraß, dass Reichskanzler Joseph Wirth (Zentrum) im Reichstag warnt: „Der Feind steht rechts!“
1923 erschüttern harte Klassenkämpfe die Gesellschaft. Die Inflation hat das Elend der Arbeiter noch verschlimmert, und die vielen Rathenower Arbeitslosen begehren auf. Die Kommunisten der Stadt organisieren eine Erwerbslosendemonstration mit der Forderung nach Arbeit, Lohn und Brot. Die SPD verweigert ihre Mitwirkung. Der große Demonstrationszug marschiert vom Marktplatz durch die Steinstraße zur Berliner Straße. Walter Gansow hat als Zeuge der Geschehnisse berichtet, dass eine Einheit der Rathenower Garnison unter Führung des Rittmeisters von Manteuffel mit Gummiknüppeln über die Demonstranten herfiel. Der habe grinsend zugesehen, wie seine Leute den Zug auseinander knüppelten, einzelne Teilnehmer in den Vorraum des Apollo-Theaters und in die Jägerstraße (Goethestr.) jagten und zusammenschlugen. Wer befahl wohl den Einsatz von Militär gegen Zivilisten in einer Stadt, in der Sozialdemokraten im Stadtparlament die bestimmende Kraft waren? Der bereitwillige Einsatz Manteuffels hingegen verwundert wohl niemanden.
Auf der Karriereleiter passiert Manteuffel die Stationen Adjutant (1924) und Oberleutnant (1925). Aber seinem militärischen Tatendrang sind in Friedenszeiten Grenzen gesetzt, da frönt er eben seinem Hobby. Er macht als Sportreiter von sich reden, und sicher haben ihn in den zwanziger und dreißiger Jahren die braven Rathenower Bürger auf der Reitbahn am Vogelgesang gebührend bewundert

Hasso von Manteuffels „große Zeit“ kommt endlich mit dem Hitler-Regime. Die Strukturierung der Wehrmacht zu einer schlagkräftigen Angriffsarmee erfordert jedoch statt der überholten Kavallerie die Panzer als Stoßkraft. Rittmeister Manteuffel wird 1936 Taktiklehrer an der Panzertruppenschule Wünsdorf. Im Zweiten Weltkrieg nimmt er einen rasanten militärischen Aufstieg. Er ist Oberstleutnant und Bataillonskommandeur in der 7. Panzerdivision, die zunächst mit raschen Vorstößen ins sowjetische Hinterland (als „Geisterdivision“) von sich reden macht. 1941 führt er eine nach ihm benannte Kampfgruppe bis 50 km vor Moskau, wo er als letzte Tat eine Brücke einnimmt, bevor ihn die Rote Armee zurück treibt. Hitler verleiht ihm das „Ritterkreuz“. Nach der Niederlage. Das wird sich noch einige Male wiederholen.
Im Jahre 1942 kommt Manteuffel zum Afrikakorps. Er erlebt mitsamt dem deutschen Idol Rommel ein militärisches Desaster und fliegt aus Afrika hinaus. Da wird Manteuffel General und Kommandierender der 7. Panzerdivision. Nach der Niederlage.

Am 1. Mai 1943 wird er zum Generalmajor befördert. Im August steht er als Kommandeur der 7. Panzer-Division im südlichen Abschnitt der Ostfront. Aber die militärischen Fehlschläge häufen sich. Beim Versuch der Aggressoren, im Juli 1943 bei Kursk mit der Operation „Zitadelle“ den bedrohlichen Kriegsverlauf aufzuhalten, verliert die deutsche Wehrmacht die größte Panzerschlacht des II. Weltkrieges
Manteuffel steht mit seiner Truppe als Teil der 4. Panzerarmee (Gen.-Oberst Hoth) in der Heeresgruppe Süd (unter Manstein) im südlichen Abschnitt des Kursker Bogens (eines Frontvorsprungs der sowjetischen Armee) und soll mit dem Vorstoß die Armeen der sowjetischen Zentralfront und der Woronesher Front abschneiden und vernichten. Die sowjetische Seite führt aus der Reserve unter anderem die 47. Armee ein, sie steht Manteuffel direkt gegenüber. (Die 47. Armee wird 1945 westlich der Oder gegen Manteuffel eine Rolle spielen und in Rathenow den entscheidenden Schlag führen.) Die 40. und die 47. Armee stoßen südlich von Lebedin bis zum Fluß Psjol vor, die 47. Armee bis Achtyrka. Sie schlagen am 18. August den Panzerangriff der Wehrmacht, die über Achtyrka durchbricht, zurück. Damit ist die Schlacht entschieden.
Die Wehrmacht verliert bekanntlich nicht nur die Schlacht, sondern die Sowjetarmee erringt auch die strategische Initiative für die gesamte Kriegsdauer. Manteuffel erhält aus Hitlers Hand das „Eichenlaub“ zum Ritterkreuz – nach der Niederlage.

1944 kommandiert Manteuffel die Panzergrenadierdivision „Großdeutschland“, eine Truppe, die einst in Dallgow-Döberitz aufgestellt wurde und schon 1941 in der UdSSR Kriegsverbrechen beging. Wegen der Erschießung eines deutschen Soldaten wurden damals 100 Geiseln willkürlich verhaftet, von denen 36 erschossen oder aufgehängt wurden. Im Februar 1944 hat die Division mitsamt der 4. PzArmee unter den Schlägen der Roten Armee Kiew verloren. Manteuffel bekommt die „Schwerter“ zum Eichenlaub. Nach der Niederlage.
Nun kriegt der zum General der Panzertruppe Ernannte das Kommando über die 5. Panzerarmee. Er wird an der Westfront eingesetzt. Hier versucht das OKW, mit der Ardennen-Offensive die westlichen Armeen zurückzuwerfen. Das Vorhaben scheitert. Der Krieg ist auch hier längst entschieden. Hitler verleiht Manteuffel die „Brillanten“ zum Eichenlaub. Nach der Niederlage.

Schließlich wird Manteuffel 1945 Oberbefehlshaber der 3. Panzerarmee. Sie gehört zur Heeresgruppe Weichsel und soll die Oderfront von der Ostsee bis Schwedt halten. Chef der Heeresgruppe ist Heinrici, der nach Streitigkeiten mit dem OKW von Keitel abgesetzt wird. Manteuffel soll seine Nachfolge antreten, aber was kann Keitel im Frühjahr 1945 noch durchsetzen?! Beide, Heinrici und Manteuffel, sind der Meinung, weitere Kampfhandlungen um Berlin wären sinnlos. Einsicht bei hoch-dekorierten Generälen, die jede Schweinerei ihres „Führers“ mitgemacht haben, solange ihr Aufstieg andauerte? Wohl eher Kalkül: Der Krieg ist verloren; rette sich, wer kann! Keitels Drohung, Heinrici zu verhaften, hat keinerlei Wirkung. Die „Großdeutsche Wehrmacht“ befindet sich in Auflösung.
Die 2. Belorussische Front setzt im April 1945 den entscheidenden Schlag gegen die Heeresgruppe Weichsel. An ihrer südlichen Flanke greifen zwei Armeen der 1. Belorussischen Front (Marschall Shukow) an, von denen die 61. Armee das deutsche Restterritorium aufspaltet und bis zur Elbe vordringt, während die 47. Armee (die Manteuffel schon bei Kursk gegenüber stand) Berlin nördlich einschließt und nach Rathenow und Brandenburg vorstößt. Hier in Rathenow wird der Schlusspunkt des Krieges auf deutschem Boden gesetzt. Mit tausend toten Soldaten beider Seiten und hunderten zwischen den Fronten zermalmten Zivilisten.
Manteuffel missachtet Hitlers und Keitels Befehl, Berlin zu entsetzen, und marschiert mit seiner Truppe nach Westen zur Elbe. Angeblich mit 300.000 Mann, weil „die Truppe ausgebrannt, nur noch wenige Panzer einsatzbereit und der Treibstoffvorrat zu Ende“ war. Er verhandelt am 2. Mai mit den Briten, um in ihre Gefangenschaft gehen zu dürfen. Sie dürfen.
Manteuffel hat seine Haut gerettet. Für die Mehrzahl seiner Untergebenen gab es keine Rettung, meistens nicht einmal ein Holzkreuz. Er wird 1947 aus der amerikanischen Gefangenschaft entlassen und ist bald wieder zu neuen Taten bereit. Diesmal soll’s die Politik sein. Er tritt 1949 in die FDP ein und sitzt für sie von 1953 bis 1957 im Bundestag. Die Bezeichnung „Bundeswehr“ für die neue Wehrmacht wurde von ihm erdacht. Jedoch geraten Manteuffel und Blank (beide schon FVP und dann DP) sowie Berendsen (CDU) wegen ihrer zweifelhaften Rolle bei Rüstungsaufträgen vor einen Untersuchungsausschuß. Aber der – wen wundert’s? – kommt zu keinem Ergebnis.
1959 erreicht ihn schließlich doch seine unrühmliche Vergangenheit. Es wird Anklage erhoben wegen Totschlags. Im Januar 1944 hatte Manteuffel ein Todesurteil gegen einen deutschen Soldaten wegen „Feigheit vor dem Feind“ gefällt², weil der bei Schepetowka auf nächtlicher Wache die Entführung zweier Soldaten (die sowjetischen Aufklärer holten sich auf diese Weise „Zungen“) weder verhindert noch gemeldet hatte. Das Schwurgericht verhängt zwei Jahre Gefängnis. Aber – siehe da! – Manteuffel wird auf Veranlassung des Bundespräsidenten Heuß nach zwei Monaten freigelassen. Nun ist er ein für allemal ein respektabler Mann. Die Amerikaner holen ihn Ende der 60-er Jahre als militärischen Berater für US-Kriegsfilme. Manteuffels Leben endet 1978 während einer Urlausreise. Er hat den mörderischen Vernichtungskrieg um 33 Jahre überlebt und stirbt im Bett. Ein Mann, der über Leichen ging.

Eines weiteren Kommentars über die Manteuffel-Sippschaft bedarf es nicht.
¹) Friedrich Wilhelm IV. galt als „Schöngeist in der Politik“. Der Preußenkönig schwelgte in der Illusion eines „preußischen Arkadiens“ und umgab sich mit Leuten von Geist und Kunst. Der Nennhauser Poet Friedrich de la Motte Fouqué ließ ihn von Rittermärchen schwärmen, und auch den Göttinger Brüdern Grimm gewährte er nach deren Berufsverbot Asyl. Felix Mendelssohn Bartholdy erbot sich, dem „Erweckungschristen auf dem preußischen Thron“ die Kirchenmusik zu liefern. Der Maler Peter Cornelius, die Baumeister Karl Friedrich Schinkel und Ludwig Persius folgten dem Ruf an die Havel. Der Philosoph Friedrich Wilhelm Joseph Schelling und der Naturkundler Alexander von Humboldt schmückten seinen Salon, aber auch der „erzgestrige“ Adjutant Leopold von Gerlach gehörte dazu. Dem König „von Gottes Gnaden“ schwebte ein fürstlicher Ständestaat vor, zwischen Absolutismus und Liberalismus – nicht lebensfähig. Der Weberaufstand 1844 im preußischen Hinterhaus Schlesien riß ihn aus seinen Träumen, die Revolutionäre des März 1848 zwangen ihm die Demütigung ab, den Hut vor den Toten zu ziehen. Schließlich wurde ihm 1850 eine Verfassung abgetrotzt mit Gleichheit vor dem Gesetz, Religions- und Pressefreiheit und freien Wahlen. Auf dem Papier. Diese Verfassung arbeitete sein Minister Manteuffel aus, der für den Zweck ebenfalls „Kreide fraß“.
²) Das Kriegsgericht der Division hatte 2 Jahre Haft verhängt. Manteuffel befahl die Erschießung.

