Landrat streicht Gesamtschule Elstal aus Schulentwicklungsplanung Schluss mit Klientelpolitik, Herr Lewandowski!

Fabian Streich

Mit großer Empörung reagiert die Fraktion Die Linke in der Gemeindevertretung Wustermark auf die Nachricht, dass die geplante Gesamtschule Elstal aus der Schulentwicklungskonzeption des Landkreises Havelland gestrichen wurde.

Diese Entscheidung ist ein Schlag ins Gesicht der Wustermarkerinnen und Wustermarker. Noch in der vergangenen Wahlperiode hatte eine breite Mehrheit im Kreistag – bestehend aus LINKEN, SPD, Grünen und Freien Wählern – die Weiterentwicklung des Schulstandortes Elstal zu einer Gesamtschule beschlossen. Nun hat der Landkreis stattdessen den Bau eines Gymnasiums in Wustermark vorangetrieben, während die Gesamtschule auf unbestimmte Zeit verschoben wird.

Die Linke lehnt Gymnasien als selektive Schulform ab, da sie soziale Ungleichheit verfestigen: Kindern aus einkommensschwachen Familien wird der Zugang erschwert, ganze gesellschaftliche Gruppen werden ausgeschlossen – wie auch eine Studie des ifu-Instituts belegt. Gesamtschulen dagegen stehen für gemeinsames Lernen, mehr Chancengerechtigkeit und eine offene Entwicklung der Lebenswege aller Kinder.

Gerade in einer wachsenden Gemeinde wie Wustermark im östlichen Havelland ist der Bedarf an vielfältigen und inklusiven Schulangeboten besonders hoch. Die Region erlebt seit Jahren steigende Schülerzahlen, gleichzeitig fehlt es an ausreichenden Kapazitäten, die allen Kindern gleiche Chancen eröffnen. Eine Gesamtschule in Elstal würde nicht nur den Druck auf bestehende Schulen verringern, sondern auch sicherstellen, dass Jugendliche unabhängig von Herkunft und Einkommen bestmögliche Bildungsperspektiven erhalten.

Fabian Streich, Fraktionsvorsitzender: „Wir kämpfen weiter für die Gesamtschule Elstal! Mit der Entscheidung für ein Gymnasium in Wustermark wurde die Gesamtschule bewusst aufs Abstellgleis geschoben. Das war allen Abgeordneten im Kreistag und auch den Gemeindevertretern klar, als sie gegen unsere Stimmen dem Gymnasium zustimmten. Damit stärken sie eine Schulform, die soziale Ungleichheit verschärft und viele Kinder ausschließt. Der CDU-Landrat betreibt hier Klientelpolitik für Gutverdienende, die überproportional vom Gymnasium profitieren. Wir fordern den Kreistag deshalb unmissverständlich auf: Nehmen Sie die Gesamtschule Elstal wieder in die Schulentwicklungskonzeption auf!“

Fraktionskollegin Margrit Gennburg ergänzt: „Gesamtschulen sind die gerechteren Schulen und den Gymnasien klar vorzuziehen. Sie bieten eine stärkere Durchlässigkeit und eröffnen den Schülerinnen und Schülern viele Wege – von der Ausbildung bis hin zum Studium. An Gesamtschulen können Kinder länger gemeinsam lernen, ohne früh sortiert oder ausgegrenzt zu werden. Das nimmt Druck von den Familien, weil nicht schon nach der Grundschule über Zukunftschancen entschieden wird. Wir brauchen Gesamtschulen, um Bildungsgerechtigkeit zu sichern, allen Kindern ihre Talente zu ermöglichen und die Vielfalt beruflicher wie persönlicher Lebensperspektiven zu eröffnen. Wer das blockiert, nimmt bewusst in Kauf, dass soziale Unterschiede in unserer Gemeinde weiter zementiert werden.“