Keine weitere Erhöhung der kommunalen Friedhofsgebühren!

Fabian Streich

Die Gemeindevertretung Wustermark hat am 17.12. mehrheitlich gegen die Stimmen der Linksfraktion und der SPD eine Erhöhung der Friedhofsgebühren für das Jahr 2025 beschlossen. Die Linksfraktion wollte durch einen Änderungsantrag in der Gemeindevertretung die vorgesehenen Sätze um 50 % reduzieren. Obwohl wir mit unserer Änderung die Last der Menschen zumindest etwas lindern wollten, stimmten bis auf die SPD alle anderen Fraktionen gegen unseren Vorschlag. In der finalen Abstimmung haben die CDU, die Wustermarker Wählergemeinschaft (WWG) und die Grünen für eine Erhöhung der Gebühren gestimmt, nur die Linksfraktion und die SPD stimmten dagegen.

Friedhöfe sind öffentliche Orte der Gemeinschaft und der Solidarität. Es sind Orte der Ruhe und der gesellschaftlichen und familiären Trauer. Sie bieten allen Menschen die Möglichkeit, an Ihre verstorbenen Angehörigen zu denken und ihnen eine würdige Ruhestätte zu geben.

Doch niemand von uns nimmt Friedhöfe zur Beerdigung seiner Liebsten gerne in Anspruch. Die Verwandten und Angehörigen haben mit der Verarbeitung von Schicksalen genug Belastung in dieser Zeit. Dabei nimmt der finanzielle Aspekt einer Beerdigung leider immer größere Dimensionen an. Die Kosten für Steinmetz, Trauerfeier und Friedhofsgebühren steigen stetig und führen zu weiteren Druck. Die Linksfraktion ist solidarisch mit den Angehörigen. Wir lehnen die Erhöhung von Friedhofsgebühren ab, um die Lasten der Menschen nicht zu verstärken.

Mit der nun beschlossenen Gebührensatzung erhöht sich die auf 20 Jahre ausgelegte Gebühr bspw. für eine Reihenerdbestattung von 1.488 € auf 1.824 € vor (+22,5 %). Die Linke ist auch deshalb unzufrieden, weil die Friedhofsgebühren vor zwei Jahren bereits massiv angehoben worden sind. Die Erhöhungen im Jahr 2022 betrugen gegenüber den zuvor geltenden Erhöhungen bis zu 477 %. Nimmt man die nun beschlossene Erhöhung dazu, ergeben sich seit 2022 Erhöhungen zwischen 90 und 600 %.

Fabian Streich, Fraktionsvorsitzender: „Die erneute Gebührenerhöhung durch CDU, WWG und Grüne ist ein Schlag ins Gesicht für die Einwohnerinnen und Einwohner. Wir lehnen die Erhöhung der Gebühren ab. Die Menschen sind durch steigende Lebensmittel- und Verbraucherpreise ohnehin schon massiv belastet. Ein Friedhof gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge und darf keine Zusatzbelastung für die Menschen darstellen.“

Fraktionskollegin Margrit Gennburg: „Niemand beerdigt seine Angehörigen gerne. Wir müssen es mit steigenden Friedhofsgebühren den Menschen nicht noch schwerer machen, als sie es ohnehin schon haben.“