2026-09-28_graefe-konstantin

Kandidatur als Landesgeschäftsführer LV Bbg: Konstantin Gräfe

Liebe Genoss:innen,
in knapp zwei Monaten wählen wir einen neuen Landesvorstand. Es ist Zeit, Verantwor- tung zu übernehmen. Ich werde auf dem 10. Landesparteitag für das Amt des Landes- geschäftsführers der Linken Brandenburg kandidieren.

Ich bin überzeugt: Wir haben als Partei in den vergangenen Jahren einiges richtig ge- macht. Die Linke ist wieder sichtbarer geworden, wir erreichen wieder mehr Menschen und in vielen Kommunen gibt es engagierte Genoss:innen und aktive Strukturen. Darauf können wir aufbauen. Gleichzeitig sollten wir uns gemeinsam daran trauen, Dinge anders zu machen und unseren Landesverband weiterzuentwickeln.

Mein Ziel ist eine Linke Brandenburg, die zu einem Pol der Hoffnung wird: für alle, die Angst vor Sozialabbau und steigenden Lebenshaltungskosten haben, für alle, die sich dem Erstarken der Rechten entgegenstellen, und für alle, die sich eine solidarische Gesellschaft wünschen. Ich möchte mit euch an einer Partei arbeiten, die Frust und Wut über die bestehenden Verhältnisse in politische Handlungsfähigkeit übersetzt, Men- schen organisiert und ihnen eine politische Stimme gibt.

Die Kommunalwahlen und der Wiedereinzug in den Brandenburger Landtag 2029 sind zentrale Meilensteine. Auf Weg dahin sehe ich insbesondere vier zentrale Felder, in die ich meine Erfahrung und mein Engagement einbringen möchte:

1. Organizing im ländlichen Raum zum Kern unserer Parteiarbeit machen

Haustürwahlkampf und eine klare soziale Ansprache waren wichtige Grundlagen unse- res Erfolgs bei der Bundestagswahl. Organizing darf aber kein Wahlkampfinstrument für größere Städte bleiben. Gerade im ländlichen Raum müssen wir daraus dauerhafte politische Arbeit entwickeln: Menschen ansprechen, ihre Probleme aufnehmen, ge- meinsam Lösungen entwickeln und sie dafür gewinnen, selbst aktiv zu werden.

Dabei sollten wir stärker von dem lernen, was in Brandenburg und anderen Landesver- bänden bereits funktioniert. Höfefahrradtouren, Wanderkneipen oder gemeinsame Aktionen können Anknüpfungspunkte sein, um politische Organisierung mit konkreten Be- gegnungen vor Ort zu verbinden. So gewinnen wir neue Mitglieder und Aktive, stärken bestehende Strukturen und entwickeln gemeinsam neue Formen der Parteiarbeit.

2. Eine Bildungsoffensive für eine lernende Partei

Für die Wahlkämpfe 2029 brauchen wir Mitglieder, die Podien bestreiten, Haustürge- spräche führen, Veranstaltungen organisieren, Wahlkämpfe leiten und bereit sind, in den folgenden Jahren als Kommunalpolitiker:innen die Linke vor Ort zu vertreten. Deshalb will ich aufbauend auf unsere bisherigen Angebote eine Bildungsoffensive für eine lernende Partei entwickeln: mit politischer Bildung, praktischen Fähigkeiten und systematischem Erfahrungsaustausch. Wir können unseren Mitgliedern mehr zutrauen und sollten sie jetzt dafür fit machen.

Ich kann dafür auf zahlreiche Erfahrungen in der politischen Bildungsarbeit aufbauen: Schon im Jugendverband habe ich Bildungsangebote (Workshops, Kongresse, Bildungsfahrten) geteamt und organisiert; heute organisiere ich gemeinsam mit anderen jedes Jahr ein politisches Camp, das rund 80 Menschen inner- und außerhalb der Linken zusammenbringt.

3. Eine gemeinsame Kommunikationsstrategie

Wir sollten sichtbarer und schlagfertiger werden. Unsere kleinen Zeitungen, soziale Medien und lokale Gesichter können unsere Vielfalt sichtbar machen. Vor allem aber sollten wir kommunale Konflikte stärker zuspitzen und eigene Themen setzen, statt nur auf politische Debatten zu reagieren. Dafür brauchen wir eine engere Verzahnung von Bundes-, Landes-, Kreis- und Kommunalebene und ein gemeinsames Konfliktmapping. Kommunalpolitisch Aktive müssen wir besser in die politische Koordination einbinden und die öffentliche Aufmerksamkeit, die unsere Bundestagsabgeordneten genießen, stärker für unsere Arbeit vor Ort nutzen.

4. Transparente Strukturen und mehr innerparteiliche Demokratie

Mir ist wichtig, dass Entscheidungen in unserer Partei transparent und demokratisch ablaufen. Mitglieder müssen nachvollziehen können, wie Entscheidungen zustande kommen, wo sie sich einbringen können und wer Verantwortung trägt. Dafür brauchen wir klare Entscheidungswege, einen besseren Informationsfluss und mehr Möglichkeiten für Austausch und Beteiligung über Kreisverbandsgrenzen hinweg. Gleichzeitig möchte ich Verantwortung stärker verteilen und neue Mitglieder schneller in politische Arbeit einbinden. Dafür müssen wir Strukturen schaffen, die Beteiligung erleichtern, Wissen weitergeben und verhindern, dass Verantwortung und Informationen dauerhaft bei wenigen Menschen konzentriert bleiben. Eine offene Partei bedeutet für mich auch, unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven einzubeziehen und gemeinsam zu entscheiden. Das alles fängt bei Kleinigkeiten wie dem rechtzeitigen Versenden von Einladungen oder der Veröffentlichung von Sitzungsterminen und Tagesordnungen des Landesvorstandes auf der Homepage an; betrifft aber auch so elementare Fragen, wie die Schaffung einer Vertrauensstruktur.

Wenn wir uns gemeinsam mehr trauen, können wir Frust und Angst in Hoffnung und Wut in Wirkung verwandeln. Lasst uns damit anfangen. Ich freue mich darauf!

Kurz zu mir

2008–2011: Mitglied im Kreisvorstand Die Linke Memmingen-Unterallgäu | 2012–2017: Mitglied im Kreisvorstand Die Linke Potsdam-Mittelmark | 2014–2017: Landesschatzmeister linksjugend [’solid] | 2016–2018: Mitglied im Landesvorstand Die Linke Bran- denburg | 2018–2021: Bundesschatzmeister der linksjugend [’solid] | 2021–2022: Jugendpolitischer Sprecher im Parteivorstand | seit 2019: Redakteur Potsdam andere Seiten | seit 2025: Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Potsdam | seit 2026: Fraktionsvorsitzender der Linken in der Stadtverordnetenversammlung Potsdam

Ich bin vor 33 Jahren im bayerischen Mindelheim geboren. Meine Eltern hatten Ost- deutschland zuvor aufgrund des ökonomischen Schocks der 1990er-Jahre verlassen. 2007 wurde ich noch in Bayern Mitglied der Linken. 2011 zog ich zum Studium nach Potsdam.

Mittlerweile verfüge ich über einen Master in Politischer Kommunikation von der Friedrich-Schiller-Universität Jena und habe vielfältige Berufserfahrungen gesammelt, von der Werkbank und der Gastronomie, mit denen ich zunächst mein Studium finanzierte, über den Brandenburger Landtag bis zum Deutschen Bundestag. Seit dem vergangenen Jahr habe ich als Büroleiter das Bundestagsbüro unserer Bundestagsabgeordne- ten Isabelle Vandre aufgebaut. Die Arbeit habe ich sehr gerne gemacht und werde sie im Falle meiner Wahl selbstverständlich aufgeben.
Ich kenne unsere Partei aus unterschiedlichen Perspektiven: aus Kreis- und Landesvorständen, aus der linksjugend [’solid], aus dem Landes- und dem Parteivorstand, aus der kommunalpolitischen Arbeit und auch aus dem professionellen politischen Arbeitsalltag im Bundestag. Ich habe erlebt, wie politische Arbeit unter sehr unterschiedlichen Bedingungen funktioniert, und dabei erfahren, welche Strukturen Menschen aktivieren, Verantwortung ermöglichen und Handlungsfähigkeit stärken.

Diese verschiedenen Erfahrungen möchte ich als Landesgeschäftsführer einbringen.

Ladet mich gerne zu euren Kreisvorstandssitzungen und Delegiertenberatungen ein oder ruft mich unkompliziert an.

Mit solidarischen Grüßen
Konstantin Gräfe