Hans-Klakow-Gesamtschule stärken statt aufgeben
Dass auch in diesem Jahr keine 11. Jahrgangsstufe an der Hans-Klakow-Gesamtschule eingerichtet werden kann, ist für die betroffenen Schülerinnen und Schüler und ihre Familien eine enttäuschende Nachricht. Jetzt muss es zunächst darum gehen, für die 35 Jugendlichen schnell und wohnortnah gute Lösungen zu finden. Wobei wir auch irritiert sind, dass bei der Absage nicht auf die finale Zuweisung in den Überleitungsverfahren gewartet wurde. Es gab neben den Erstwünschen auch Zweitwünsche für die Brieselanger Gesamtschule. Es ist im Landkreis bekannt, dass beispielsweis die Kant-Gesamtschule in Falkensee jährlich mehr nachgefragt wird als Plätze zur Verfügung stehen. Und die Nachfrage nach den Gesamtschulplätzen im Havelland kann nicht immer gedeckt werden.
Die Schlussfolgerungen anderer Beteiligten wie der CDU Brieselang, die Gesamtschule auslaufen zu lassen und stattdessen wieder eine Oberschule einzurichten, weisen wir jedoch entschieden zurück. Wer eine Schule schwächt, weil ihr die notwendige Unterstützung versagt wurde, bekämpft nicht die Ursachen, sondern verschärft die Probleme.
Bereits im vergangenen Jahr wurde eine Ausnahmegenehmigung verweigert. Gleichzeitig hat der Landkreis Havelland die Bemühungen um die Entwicklung der Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe in den vergangenen Jahren nicht unterstützt. Statt gemeinsam Lösungen zu suchen, wurden Chancen vertan.
Seit 2019 setzt sich Die Linke in Brieselang für die Gesamtschule und eine Perspektive bis zum Abitur vor Ort ein. Gerade im ländlichen Raum brauchen junge Menschen kurze Wege und gleiche Bildungschancen. Die Antwort auf Schwierigkeiten kann nicht sein, Bildungsangebote zurückzubauen.
Dass der Zustand des bestehenden Schulgebäudes die Attraktivität der Schule beeinträchtigt, ist seit Jahren bekannt. Daraus folgt aber nicht, die Gesamtschule aufzugeben, sondern endlich die notwendigen Investitionen konsequent umzusetzen. Wer jetzt die Oberstufe beerdigt und die Gesamtschule schrittweise auslaufen lassen will, sendet ein fatales Signal an Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie an die Lehrkräfte. Damit würde die Schule weiter geschwächt und ihre Zukunftsperspektive mutwillig zerstört.
Die Hans-Klakow-Gesamtschule braucht keine Abwicklung, sondern Verlässlichkeit und Unterstützung. Der Bildungsstandort Brieselang darf nicht kaputtgespart werden.
Unser Ziel bleibt klar: eine moderne Gesamtschule mit der Möglichkeit, alle Schulabschlüsse bis zum Abitur wohnortnah zu erreichen.

