Bundestagsgespräch zu drohenden Werksschließungen in Nauen und Bretten
Die BSH will ihre Werke in Nauen und Bretten schließen – trotz wirtschaftlich stabiler Standorte.
Das gefährdet hunderte Jobs und tausende Existenzen. Wo bleibt „Made in Germany“, Herr Bundeskanzler?
Es geht dabei längst nicht mehr nur um zwei Werke. Es geht um die Zukunft industrieller Arbeitsplätze in Deutschland, um Verantwortung gegenüber den Beschäftigten und ihren Familien und um die Frage, wie glaubwürdig Standortpolitik noch ist, wenn profitable Strukturen und gewachsene industrielle Substanz aufgegeben werden.
Für den Standort Nauen (Land Brandenburg) bedeutet die geplante Schließung einen tiefen Einschnitt für das Havelland. Dort stehen mehr als 450 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Betroffen sind nicht nur die Beschäftigten im Werk selbst, sondern auch Familien, Zulieferer und das wirtschaftliche Umfeld der gesamten Region.
In Nauen befindet sich der einzige Standort der BSH Hausgeräte GmbH in Ostdeutschland.
Auch der Standort Bretten (Baden-Württemberg) ist in dramatischer Weise betroffen. Dort sollen Produktion und Logistik bis Ende des ersten Quartals 2028 eingestellt werden. Betroffen sind rund 1.000 Arbeitsplätze direkt sowie zahlreiche weitere in der Region.
Der Standort verfügt über ein weltweit einzigartiges Alleinstellungsmerkmal innerhalb des Unternehmens, insbesondere in der Produktion von Herden und Dunstabzugshauben, und blickt auf eine über 150-jährige industrielle Tradition zurück.
Am 16. April 2026 fand auf meine Initiative hin ein Gespräch im Deutschen Bundestag statt. Daran nahmen unter anderem der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Bodo Ramelow, die Bundestagsabgeordneten Ines Schwerdtner, Christin Willnat, Heidi Reichinnek, Christian Görke sowie Cem Ince teil.
Ebenfalls vertreten waren Dr. Felix Baumert (Referent für Ostpolitik), Anne Borchelt (IG Metall) sowie die Betriebsratsvertretungen der Standorte Nauen und Bretten, darunter Jeannette Luschnat (Betriebsrat BSH Hausgeräte GmbH) und Jörg Schilling (Betriebsrat BSH Hausgeräte GmbH) sowie Thomas Rudolf und Kristian Kipcic-Suta (Betriebsrat Bretten).
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen konkrete politische Unterstützungsoptionen und Lösungsansätze für den Erhalt der Standorte und der Arbeitsplätze. Dabei wurde deutlich, dass es sich nicht um einen rein regionalen Vorgang handelt, sondern um eine industriepolitische Entscheidung von bundesweiter Tragweite.
Vor diesem Hintergrund werden noch in diesem Jahr parlamentarische Initiativen im Deutschen Bundestag folgen. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass es hier nicht nur um einzelne Standorte geht, sondern um die Zukunft industrieller Arbeitsplätze und ganzer Regionen in Deutschland.


